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BRINKMANN IM NETZ: Websites von Archiven, Verlagen oder Einzelpersonen mit Bezug zu Leben und Werk des Autors

Siehe auch:

  • die bibliographischen Hinweise zu (online verfügbaren) Beiträgen und Büchern aus Feuilleton, Forschung und Lehrezum Blogeintrag
  • die Liste mit (online verfügbaren) Audio- und Videodokumenten zum Blogeintrag

 

1. ARCHIVE

Arbeitsstelle Rolf Dieter Brinkmann (Universität Vechta)
Rolf Dieter Brinkmanns literarisches Erbe wird zurzeit insbesondere an der Universität seiner Geburtsstadt Vechta gepflegt. Im Auftrag der „Arbeitsstelle Rolf Dieter Brinkmann“ (Leiter: Prof. Markus Fauser) unterhält die dortige Universitätsbibliothek die „Archiv- und Dokumentationsstelle Rolf Dieter Brinkmann“. Deren Aufgabe ist die möglichst vollständige Sammlung der Primär- und Sekundärliteratur sowie aller erreichbaren Originalquellen (Autographen, Bild- und Tonmaterial, zeitgeschichtliche Dokumente) zu Leben und Werk Rolf Dieter Brinkmanns.

Grundstein der Dokumentation bildet die 1997 als Buch erschienene Bibliographie Rolf Dieter Brinkmann von Dr. Gunter Geduldig ( zum Fragebogen) und Claudia Wehebrink. Beide haben auch die Dokumentation seither ausgebaut. Nach der Pensionierung von Gunter Geduldig als Leiter der UB führen Claudia Wehebrink und Markus Fauser seit 2013 diese Arbeit weiter. Zum Bestand der Sondersammlung gehören neben literarischen Manuskripten und Briefen des Autors auch Kunstwerke der Kölner Künstlergruppe EXIT (ca. 1969-1972: Berndt Höppner, Thomas Hornemann → zum Fragebogen, Henning John von Freyend zum Fragebogen). Seit Juni 2022 gibt es in den Räumlichkeiten der UB eine dem Autor gewidmete Dauerausstellung. Im Sommer 2023 wurde eine Kulturstiftung gegründet, mit u.a. dem langfristigen Ziel, in Vechta ein Rolf Dieter Brinkmann gewidmetes Museum zu errichten.

Informationen zur Arbeitsstelle Rolf Dieter Brinkmann
→ Website der Sondersammlung (Onlinekatalog der UB Vechta)
→ Website der Kulturstiftung

Deutsches Literaturarchiv
Das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) ist eine der bedeutendsten Literaturinstitutionen weltweit. Im Mittelpunkt der Sammlungen stehen die Nachlässe bedeutender Schriftstellerinnen, Schriftsteller und Gelehrter sowie die Archive von Institutionen. Zum Bestand gehören auch zahlreiche Dokumente von und zu Rolf Dieter Brinkmann und seinem literarischen Umfeld. Neben Briefen und seltenen Originalpublikationen des Autors zählt hierzu seit 2004 auch die (aus Vechta übernommene) „Materialsammlung Brinkmann-Rygulla“.

Gemeint ist damit die Materialgrundlage der beiden von Rolf Dieter Brinkmann und Ralf-Rainer Rygulla (*1943) 1969 herausgegebenen Anthologien ACID (März-Verlag) und Silverscreen (Kiepenheuer & Witsch). Der 407 Einzelobjekte umfassende Bestand angloamerikanischer »Underground-Literatur« enthält Anthologien, Verfasserschriften, Zeitungen und Zeitschriftenhefte, die, oft in Kleinverlagen oder im Selbstverlag erschienen, als Sprachrohr für Autoren abseits der offiziellen Literaturszene dienten.

Im Sommer 2023 hat das DLA außerdem von Ralf-Rainer Rygulla einen umfangreichen Bestand an Büchern, Fotos und Typoskripten erworben. Darunter befindet sich auch ein umfangreiches Konvolut mit persönlichen Briefen Brinkmanns an seinen literarischen Mitstreiter oder das Typoskript des unveröffentlichten Buches Frank Xerox’ wüster Traum mit gemeinsam verfassten Gedichten. Diese einmaligen Materialien werden nun sukzessive in den Archivbestand integriert und hiernach für die Forschung zugänglich gemacht.

Website des Deutschen Literaturarchivs
Bestandsliste der „Materialsammlung Brinkmann-Rygulla“ (BETA-Version des Archivkatalogs)

Historisches Archiv der Stadt Köln
Wichtige Aufschlüsse über das literarische Umfeld Brinkmanns in den 1960er Jahren könnte auch der Archivbestand des Verlags Kiepenheuer & Witsch liefern, wie er im Historischen Archiv der Stadt Köln hinterlegt wurde (Best. 1514, siehe Firmenarchive). Zu den Leihgebern des Stadtarchivs gehört auch der Kölner Schriftsteller, Publizist und Herausgeber der Zeitschrift Akzente Hans Bender (1919-2015), dessen Vorlass auch zahlreiche Manuskripte und Schreiben Brinkmanns enthält (Best. 532, Acc. 1859, A 38, mit Sperrvermerk).

Durch den Einsturz des Archives am 3. März 2009 wurden auch diese Dokumente beschädigt, in ihrer Archivordnung auseinander gerissen bzw. teilweise zerstört. Mittlerweile wurden alle zwischenzeitlich ausgelagerten Bestände im neuen Standort am Eifelwall zusammengeführt (eröffnet September 2021). Deren vollständige Wiederherstellung wird jedoch noch viele Jahre in Anspruch nehmen. Allerdings können online recherchierte und ggf. noch unrestaurierte Einheiten gezielt angefragt und im Lesesaal konsultiert werden. Hierbei ist jedoch aktuell mit einer Bearbeitungszeit von mehreren Wochen bis Monaten zu rechnen. 

Website des Stadtarchivs
Recherche im Bestand (Systematik)
→ Frank Möller: „1514 antwortet nicht mehr … Eine Geschichte von Verlust, Verantwortung und vom Nutzen eines Archivs“ (PDF, 18 Seiten)
→ „Gehobener Wortschatz. Nachrichten über ein verschüttetes Verlagsgedächtnis …“ (K&W-Website)

Rheinisches Literaturarchiv
Das Rheinische Literaturarchiv (RLA) in Düsseldorf – als Unterabteilung des dortigen Heine-Heine-Instituts – sammelt und bewahrt literarische Überlieferungen, insbesondere von Autor*innen, die im Rheinland ansässig sind oder waren. Seit 2012 ist auch eine umfangreiche Privatsammlung mit Erstdrucken und Briefen Rolf Dieter Brinkmanns Teil des Bestandes.

→  Informationen zum Rheinischen Literaturarchiv
→  Website des Heinrich-Heine-Instituts

 

2. VERLAGE

Rowohlt Verlag
Seit 1974 stand Rolf Dieter Brinkmann bei Rowohlt als Autor unter Vertrag. Zuvor erschienen seine Werke ab 1965 im Verlag Kiepenheuer & Witsch. Der Ende April 1975 ausgelieferte Gedichtband Westwärts 1&2 wurde sein erster Titel beim Verlag in Reinbek, dessen Erscheinen Brinkmann somit jedoch nicht mehr erlebte. Es folgten zwischen 1979 und 2010 zahlreiche Publikationen aus dem Nachlass, die von Maleen Brinkmann herausgegeben und von Delf Schmidt bzw. zuletzt Michael Töteberg editorisch betreut wurden.

→ Übersicht aller Titel von Rolf Dieter Brinkmann im Rowohlt Verlag

März Verlag
Der Berliner Verleger und Schriftsteller Jörg Schröder (1938-2020) war Gründer des März-Verlages, in welchem die Erstausgabe von Acid erschien. Auf dem Webportal der Tageszeitung die taz betrieben Jörg Schröder und Barbara Kalender seit Juni 2006 den Blog „Der Bär flattert in östlicher Richtung“. Nach Schröders Tod bespielt Barbara Kalender das Format in loser Folge allein. Eine Reihe von Beiträgen des Blogs beschäftigt sich auch mit Rolf Dieter Brinkmann, seinem literarischen und künstlerischen Umfeld. Das umfangreiche Verlagsarchiv ist inzwischen auf zwei Standorte verteilt: zum einem im Deutschen Literaturarchiv Marbach (mehr erfahren), zum anderen in der Universitätsbibliothek Leipzig (mehr erfahren). 2021 kam es zu einer Neugründung des Verlags mit Richard Stoiber und Barbara Kalender. Seitdem erscheinen dort Reprints wie auch neue Titel.

→ Artikelreihe „Bildertausch“ (taz-Blog)
→ Chronik des März-Verlages (Verlagsseite)


3. ZU WERK UND PERSON

brinkmann-literatur.de
Die Seite des Literaturwissenschaftlers Olaf Selg enthält umfangreiche Informationen zu Leben und Werk des Autors sowie eine ausführliche Auswahlbibliographie mit Literatur zum Autor (Feuilleton und Wissenschaft). Selg ist Autor einer eigenen Brinkmann-Studie (2001) sowie zahlreicher Einzelbeiträge zum Thema. Die Website wird jedoch nur noch sporadisch aktualisiert.

→ Website von Olaf Selg

Brinkmann und die Popliteratur
Die umfangreiche Ausstellung „Außerordentlich und obszön – Rolf Dieter Brinkmann und die Popliteratur“ zeigte vom 29. September bis 19. November 2006 den Dichter im Kontext seiner Zeit, flankiert von Lesungen, Filmvorführungen und Konzerten. In den weitläufigen Kellergewölben der ehemaligen Getreidespeicher am Kölner Hafen präsentierte Kurator Uwe Husslein materialreich auch Brinkmanns Bedeutung als Katalysator für die Verbreitung des angloamerikanischen Pop und Underground in Deutschland. Eine ca. einstündige Videoführung durch die multimediale Schau ist weiterhin auf Youtube abrufbar.

Videoführung mit Uwe Husslein
Broschüre zur Ausstellung (PDF)
→ Website Kunsthaus Rhenania

The Last One
Im April 1975 folgte Rolf Dieter Brinkmann einer Einladung auf das Cambridge Poetry Festival (17.  bis 21. April 1975). Er hatte dort zwei Auftritte. Am Samstag stellte er sich vor, gemeinsam mit den Lyrikern John Ashbery (USA), Lee Harwood (GB) sowie John James (GB), bei welchem Brinkmann während seines Aufenthalts wohnte. Am Sonntagnachmittag las er bei der Veranstaltung „Contemporary German Poetry“, gemeinsam mit Erich Fried, Michael Hamburger, Reiner Kunze und Jürgen Theobaldy. Es waren dies seine letzten öffentliche Auftritte. Die teilweise zweisprachigen Audioaufnahmen der Lesungen – Brinkmann trägt einige seiner Texte selbst auf Englisch vor – wurden 2005 bei Intermedium Records veröffentlicht. Die (archivierte) Internetseite des Labels macht nähere Angaben zu den Gedichten. Das Cambridge Poetry Festival, gegründet vom britischen Lyriker Richard Berengarten (auch bekannt als Richard Burns), war eine internationale Poesie-Biennale, die zwischen 1975 und 1985 in der britischen Universitätsstadt stattfand.

→  The Last One bei Intermedium Records

Der unheimliche Brinkmann
Der Künstler und Universitätsprofessor (im Ruhestand) Karl-Eckhard Carius (*1942) hat in zwei umfangreichen Ausstellungen (Vechta 2008; Berlin 2014) Leben, Werk und künstlerische Rezeption des Autors thematisiert. Über diese Projekte mit ihrem vielfältigen Rahmenprogramm informiert weiterhin ausführlich Carius’ persönliche Website.

Seine künstlerische Idee hingegen, Rolf Dieter Brinkmann in seiner Geburtsstadt Vechta ein öffentliches Denkmal zu widmen („Zeichen für einen Grenzgänger“), fand keinen Anklang bei den Stadtoberen. Immerhin wurde hat die Stadt bereits 2007 eine Straße nach ihrem rebellischen Sohn benannt. Und von einer thematischen Broschüre der „Brinkmann-Arbeitsstelle” geleitet, kann man sich man sich seit Kurzem sogar auf dessen Spuren durch die Stadt bewegen.

→ Karl-Eckhard Carius: Projekte zu Brinkmann
→ Karl-Eckhard Carius: Fragebogen zu Brinkmann

 

4. KÜNSTLERISCHE REZEPTION (in Auswahl)

Brinkmanns Zorn
Der Regisseur Harald Bergmann (*1963) hat sich viele Jahre mit Werk und Leben des Autors beschäftigt. Das Ergebnis seiner akribischen Recherchen ist das vierteilige Filmprojekt Brinkmanns Zorn (2005-2007). Mit Originaltonbandaufnahmen des Autors, meist an Originalschauplätzen nachgedrehten Spielszenen und Sprechcollagen, zeichnet Bergmann die Bild- und Sprachwelt des Dichters in den letzten Jahren nach.

Ergänzt werden die halbdokumentarischen Spielszenen durch spannende Interviews mit Weg- und Zeitgenossen. Das mit dem Grimme-Preis (2009) ausgezeichnete Gesamtprojekt liegt inzwischen als DVD-Box vor. Dieser Director’s Cut enthält auch einen Zusammenschnitt von Brinkmann Super-8-Filmen aus den Jahren 1967-70, die damit teilweise erstmals überhaupt zu sehen sind.

→ Website zum Film

Rolf Dieter Brinkmann Revisited
2009 entstand der 22teilige Zyklus mit Linolschnitten „Rolf Dieter Brinkmann – Revisited“ des Düsseldorfer Malers und Graphikers Bertram Rutz (*1959). Er arbeitete hierbei zumeist auf der Grundlage von Originalfotografien des Autors. Fünf Beispiele aus dem Zyklus sind als Illustrationen in meiner Brinkmann-Studie enthalten. Die vollständige Serie ist online zu sehen.

→ Website von Bertram Rutz

Rolf Dieter Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln
Der seit 2020 mit 12.000 Euro (zuvor 10.000) dotierte Förderpreis für zeitgenössische junge Literatur wird seit 1971 ausgelobt. Ab 1990 trägt er den Namen von Rolf Dieter Brinkmann. Zugelassen zum Bewerbungsverfahren sind professionell arbeitende Autorinnen und Autoren, die in Nordrhein-Westfalen leben und arbeiten und im Verleihungsjahr nicht älter als 30 (früher 35) Jahre werden.

Infos zur Ausschreibung
Liste der bisherigen Preisträger*innen

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