„Warum hier haltmachen? Warum irgendwo haltmachen?“Dies fragt Rolf Dieter Brinkmann 1969 in „Der Film in Worten", seinem ,unkontrollierten' Nachwort zu
ACID, der gemeinsam mit Ralf-Rainer Rygulla herausgebrachten legendär gewordenen Anthologie mit Texten und Bildern aus dem amerikanischen Underground – von dem er wenig später allerdings nichts mehr wissen wollte. „Mag sein, dass er bis heute das ist, was er zu Lebzeiten bereits war: Ein Außenseiter. Ein Sonderling. Ein Eckensteher”, schrieb Jens Uthoff 2015 in der
taz. Doch ist dieses Bild nur teilweise richtig. War doch Brinkmann in den Jahren zwischen 1965 und 1970 ein viel besprochener Autor, ja zeitweilig ein regelrechter Literaturstar seiner Generation. Durch seine Bücher bei so unterschiedlichen Verlagen wie Kiepenheuer & Witsch oder MÄRZ, hat Brinkmann literarische Impulse gesetzt, die bis heute nachwirken. Nicht zu vergessen ist hierbei der Anteil seiner Mitstreiter, allen voran
Ralf-Rainer Rygulla oder auch die Kölner
Künstlergruppe EXIT. Mit ihnen und anderen zusammen versuchte der unermüdlichen Ideenlieferant auch weitere Projekte zu entwickeln, von denen manche unverwirklicht blieben. Aber auch als Forschungsgegenstand ist Brinkmann längst etabliert. Dies zeigen zahlreiche Monografien und Editionen sowie eine kaum noch zu überschauende Anzahl an Aufsätzen. Der seit 2026 allen zugängliche
Nachlass im DLA Marbach birgt sicherlich noch manche Überraschung und wird die wissenschaftliche Rezeption des vielseitigen Autors weiter befördern.
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More about RDB in English ■ En savoir plus sur RDB en français. ■ Saperne di più su RDB in italiano BRINKMANN AKTUELLIn dieser Kategorie dokumentiere ich ausgewählte Veröffentlichungen aus Forschung und Feuilleton der letzten Jahre sowie Hinweise auf aktuelle Projekte (Forschung, Edition etc.). Aufgeführt werden insbesondere wissenschaftliche Monografien und Zeitschriftenbeiträge, welche sich explizit mit Rolf Dieter Brinkmanns Werken, Themen und Verfahren beschäftigen bzw. ihn im Hinblick auf Epoche oder ästhetische Konzepte behandeln. Hinzu kommen Gastbeiträge aus Wissenschaft und Kultur. → MEHR ERFAHREN