Der gebürtig aus Hamburg stammende Maler Henning John von Freyend (1941-2025) zieht nach dem Abschluss einer künstlerischen Ausbildung in der Schweiz 1969 nach Köln. Dort wird er im gleichen Jahr Mitbegründer des zwar kurzlebigen, aber hochproduktiven Kollektivs „EXIT Bildermacher“. In Köln lernt er auch Rolf Dieter Brinkmann (1940-1975) kennen. Seit Längerem bereits arbeiten Ulrike Pfeiffer und Philipp von Lucke an einer filmischen Dokumentation über Freyend, sein Werk und den intensiven (auch brieflichen) Austausch mit dem Dichterfreund. Um das Projekt abschließen zu können, benötigen sie jedoch finanzielle Unterstützung. Im Folgenden alle Informationen zur Crowdfunding-Aktion, Hintergründe zum Projekt sowie erste Filmausschnitte.
Ulrike Pfeiffer, Fotografin und Filmmacherin aus Hamburg, ist die Schwester der Schriftstellerin Linda Pfeiffer, Ehefrau des 2025 verstorbenen Künstlers. Beide gehörten Ende der 1960er Jahre ebenfalls zum damaligen Kölner Kreis von Rolf Dieter Brinkmann in der Engelbertstraße 65. Der Münchner Kameramann Philipp von Lucke wiederum verbrachte große Teile seiner Kindheit und Jugend in Köln, wo er bis 1972 lebte. Auch er kannte den aus Vechta bei Oldenburg stammenden Schriftsteller und Lyriker persönlich. Gemeinsam haben sie das Konzept zur Dokumentation „Mal mir, was links von Gelb ist“ erarbeitet.
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→ direkt zum Crowdfunding & Filmteaser
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Historische Hintergründe
Der Arbeitszusammenhang bei EXIT mit Thomas Hornemann und Berndt Höppner löst sich bereits 1971 auf und die drei Künstler gehen fortan wieder eigene Wege.1Siehe zum in Berlin lebenden Thomas Hornemann dessen eigenen Beitrag auf diesem Blog; über den seit vielen Jahren in der Schweiz beheimaten Berndt … Continue reading Parallel kappt Brinkmann die allermeisten seiner früheren Arbeitsbeziehungen und zieht sich für mehrere Jahre weitgehend aus dem Literaturbetrieb zurück. In der nun für beide folgenden Zeit der Suche und grundlegenden Neuorientierung wird der Maler für den Dichter zum wichtigsten Gesprächspartner – und umgekehrt.
„Uns war bald gemeinsam, einen Weg als authentische Persönlichkeiten für die Zukunft zu finden.“
– Freyend über Brinkmann (2003)2Henning John von Freyend im Gespräch mit Gunter Geduldig, geführt am 7. November 2003 → zum Interview
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Gerade ihre Korrespondenz wird zum Ausdruck einer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem, was ‚Wirklichkeit‘ ist oder sein könnte. Sie beginnt vermutlich im April 1972 mit einer Postkarte Brinkmanns aus Worpswede und endet mit einem letzten Gruß vom 20. April 1975, den Freyend aus Cambridge erhält. Drei Tage später kommt der Autor bei einem Verkehrsunfall in London ums Leben. Zwischen den beiden Daten liegen zahlreiche weitere Postkarten und teilweise viele Seiten lange Briefe, die Brinkmann immer dann verschickt, wenn einer der beiden gerade nicht in Köln ist.3Einzelne Briefe an Freyend hat Brinkmann in das Konvolut seiner römischen Aufzeichnungen aufgenommen, die unter dem Titel Rom, Blicke 1979 posthum … Continue reading
Freyends Antworten haben sich offenbar leider nicht in Brinkmanns Nachlass erhalten. Dieser befindet sich seit Kurzem im DLA Marbach und wird zurzeit für die wissenschaftliche Nutzung aufbereitet. Doch gibt es zum Glück die Skizzenbücher des Künstlers, in welcher dieser die Briefe und Postkarten Brinkmann fortlaufend eingefügt hatte. Begleitet werden sie hierbei von Fotos, Aquarellen und Reflexionen. So heißt es programmatisch bereits zu Beginn der Aufzeichnungen im Dezember 1971: „Ich möchte wieder zu einer Vision kommen, wie zu Anfang der 60er Jahre. Das Wissen, daß es etwas anderes gibt und erfahren.“4Henning John von Freyend, Skizzenbuch 1, 13./14. Dezember 1971, [S.3]. Nähere Hinweise zu den Skizzenbüchern gibt der Onlinekatalog der … Continue reading
Zehn dieser großformatigen Kontorkladden entstehen bis 1975. In ihrer Mischung aus privatem Tagebuch, Arbeitsjournal und Text-Bildcollage sind es Dokumente von eigenem künstlerischem Wert..Freyend hat sie inzwischen, gemeinsam mit einem größeren Konvolut eigener Bilder und Grafiken aus der EXIT-Zeit, der Universität in Vechta überlassen. In der dortigen Bibliothek sind sie seit 2022 im Rahmen einer Dauerausstellung über Rolf Dieter Brinkmann zu sehen. Dort entsteht zur Zeit auch eine mehrbändige kritische Edition sämtlicher Briefe und Postkarten Brinkmanns.
„Lieber Henning, keine Angst vor Farben!“
– Brinkmann an Freyend (10.10.1973)
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Farben spielen im Dialog der beiden eine wichtige Rolle, was kaum überraschen dürfte. „Also, Henning, mal mir, was links von Gelb ist. Dann kann ich es erfahren.“ Mit dieser zugewandten Aufforderung beendet Brinkmann nach nicht weniger als 49 Seiten einen Brief, den er am 15. September 1973 begonnen hatte. Hierauf verweist auch der (vorläufige) Titel der nun entstehenden filmischen Dokumentation über Freyend. Hierbei ergänzen und erhellen sich bei Ulrike Pfeiffer und Philipp von Lucke zwei Perspektiven und Zeiträume wechselseitig.
Einerseits blicken wir mit eingeblendeten Briefzitaten, Kunstwerken und Fotografien zurück in die Zeit um 1970. Andererseits begleitet die Kamera den Künstler in den Jahren 2015 bis 2025. Dabei erleben wir ihn insbesondere bei seinem Arbeitsalltag in Vettweiß-Sievernich. In diesem kleinen Ort, in der Voreifel zwischen Zülpich und Düren gelegen, lebte das Ehepaar Freyend seit dem Jahr 2000 auf einem ehemaligen Bauernhof. Auf dem weitläufigen Innenhof der Anlage hielt sich der Künstler am Liebsten auf, um dort fast täglich an seinen Ölgemälden, Aquarellen und Holzskulpturen zu arbeiten.
Die Fertigstellung der 45-minütigen Dokumentation ist für Ende 2026 geplant. Die folgenden Informationen und Abbildungen wurden mir von den Filmschaffenden für diesen Blogbeitrag zur Verfügung gestellt. Darin eingebettet ist auch ein Teaser von 8 min Länge. Er bietet erste Einblicke ins Material. Alle Kontaktdaten sowie weiterführende Hinweise gibt es am Ende der Seite. Die wichtigsten Informationen zum Crowdfunding sind ebenfalls in diesem PDF enthalten (alle Angaben ohne Gewähr). ■ Roberto Di Bella
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Henning John von Freyend: Selbstportrait (1981), Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm
.„Mal mir, was links von Gelb ist“
Ein Film über Henning John von Freyend:
von Ulrike Pfeiffer und Philipp von Lucke
Wie können Sie das Projekt unterstützen?
Zahlreiche Aufnahmen mit dem Maler Henning John von Freyend aus dem Jahr 2015 und aus der Zeit zwischen 2020 und 2025 liegen schon vor. Jetzt muss nur noch ein fertiger Film daraus werden! Wir arbeiten schon lange an dem Projekt und haben die Dreharbeiten mit Henning, seinem Werk und alle Recherchen bisher selbst finanziert. Wir hatten die Möglichkeit, eine staatliche Förderung zu erhalten, was leider nicht rechtzeitig vor seinem Tod am 6. November 2025 zustande kam.
Banküberweisung
Kontoinhaber: Philipp von Lucke
IBAN: DE44 5002 4024 2951 4504 01
BIC: DEFFDEFFXXX (C24 Bank)
Überweisung per PayPal
Scannen Sie den QR-Code mit dem Handy. Sie werden dann direkt zur Bezahlfunktion weitergeleitet. Alternativ gehen klicken Sie hier.
Informationen zum Film
Mit den vorhandenen Filmaufnahmen und Tonaufnahmen wird aus dem gesammelten Material ein Film von 45 min Länge entstehen. Hierbei können wir auch auf die Unterstützung von Prof. Dr. Markus Fauser (Arbeitsstelle Rolf Dieter Brinkmann, Universität Vechta) und Michael Töteberg (Rowohlt Verlag) bauen. Der Film wird die künstlerische Aufbruchszeit in Köln ab 1969 und die Künstlerfreundschaft des Malers Freyend mit dem Dichter Brinkmann thematisieren. Beide wollten auf ihre Weise, mit Worten oder Bildern, der Wirklichkeit ins Auge sehen – die Gegenwart zerlegen, die Menschen wachrütteln und darüber hinaus eine neue Sensibilität etablieren.
Um die letzte Etappe des Films, die Postproduktion, zu realisieren, benötigen wir finanzielle Unterstützung. Es geht um Filmschnitt, Colorgrading, Tonbearbeitung, Tonmischung sowie Filmmusik und Musikrechte. Hierfür möchten wir in einer Art Crowdfunding bis Ende Juni dieses Jahres mindestens 20.000 € sammeln. Und noch etwas: Nur mit Ihrer Unterstützung, den Sammlerinnen und Sammlern, Freunden und Kennern, kann der Film realisiert werden. Sie tragen so dazu bei, den Blick auf Freyends Werk und dessen künstlerische Nähe zu Brinkmann am Leben zu erhalten und den Weg zu einer Archivierung des Nachlasses zu bahnen.
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Teaser zum Film (ca. 8 min)
Kennwort: Januar2026#
Arbeitstitel: „Mal mir, was links von Gelb ist“
Fertigstellung: Ende 2026
Länge: 45 min.
Buch, Regie, Kamera: Ulrike Pfeiffer und Philipp von Lucke
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Unser Dank für Ihr Engagement
Alle Unterstützerinnen und Unterstützer erhalten eine Einladung zur Premiere und einen Link zum fertigen Film. Auf Wunsch werden sie im Nachspann des Films namentlich erwähnt. Zusätzlich gibt es, gestaffelt nach Beitrag, folgende Crowdfunding-Prämien:
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- ab 200 bis 300 €: Buch Rolf Dieter Brinkmann, Engelbertstraße 65, vierter Stock, Köln 1969 (als eBook)
Fotografien von Ulrike Pfeiffer. Text von Friedrich Wilhelm Heubach (→ vgl. Beitrag auf diesem Blog). - von 300 bis 500 €: Original-Linolschnitt von Henning John von Freyend (limitierte Auflage)
- ab 500 €: Original-Aquarell von Henning John von Freyend (Auswahl von zehn)
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„Es gab ein starkes gemeinsames Interesse am Bildnerischen. Wir liefen mit offenen Augen durch die Welt und erlebten in Bildern.“
– Freyend über Brinkmann (2003)5Henning John von Freyend im Gespräch mit Gunter Geduldig, geführt am 7. November 2003 → zum Interview
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Rolf Dieter Brinkmann in der Engelbertstraße 65. Foto: Ulrike Pfeiffer (1969)
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Kontaktdaten & Zusatzinfos
Nehmen Sie für weitergehende Informationen gerne Kontakt mit uns auf, wenn Ihr Interesse geweckt worden ist!
Kontaktadresse zum Filmprojekt
freyendbrinkmannfilm2026[at]gmx.de
Ulrike Pfeiffer
www.ulrikepfeiffer.com
Ulrike Pfeiffer über Rolf Dieter Brinkmann
Philipp von Lucke
www.philippvonlucke.com
Linda John von Freyend
Ansprechpartnerin für Fragen zum künstlerischen Nachlass von HJvF
E-Mail: lindafreyend[at]web.de
Tel. +49 2252 833045
Linda John von Freyend über Rolf Dieter Brinkmann
über Henning John von Freyend
Eintrag auf Wikipedia
Website des Künstlers
Freyend über Brinkmann
Nachruf von Roberto Di Bella
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Alle Angaben zum Crowdfunding als PDF herunterladen
● Veröffentlicht: 10. März 2026, aktualisiert: 30.03.2026
Anmerkungen



