Lütfiye Güzel

Vier Fragen zu Rolf Dieter Brinkmann

Lütfiye Güzel / © Ben Knabe

1. Wie bist Du auf Rolf Dieter Brinkmann aufmerksam geworden?
Ich weiß nicht genau, wann es war. Ich weiß nur, dass mich mein Kollege Gerrit Wustmann ( zum Fragebogen) auf ihn aufmerksam gemacht hat. Später haben mich einige Menschen irgendwie mit ihm „verglichen“, sagten nach einer Lesung so Dinge wie: „Deine Art zu schreiben ist ähnlich kaputt und echt!“

2. Welcher seiner Texte hat Dir am besten gefallen? Was bleibt?
Ich mag Rom, Blicke. Schnell und intensiv. Es ist ungefiltert, streckenweise ungerecht, selbstgerecht, voll von Wut und Schmerz, und macht den Kopf so auf für Bilder und Träume und Albträume. Die Sätze haben Kraft. Was bleibt? ALLES und NICHTS. Oder ALLES ist NICHTS.

3. Was hättest Du Brinkmann gerne noch persönlich gesagt?
Ich hätte nicht mit ihm sprechen wollen, aber vielleicht hätte ich mit ihm gelesen, irgendwie in Köln oder so.

4. Ergänze bitte folgenden Satz: Rolf Dieter Brinkmann…
…hat radikal-poetisch-bekritzelte Zettel hinterlassen.


Zur Person

Lütfiye Güzel, geb. 1972 in Duisburg, schreibt Gedichte und Kurzprosa, pendelt zwischen Ruhrgebiet und Berlin. Sie erhielt 2014 den Fakir Baykurt Kulturpreis der Stadt Duisburg und 2017 den Literaturpreis Ruhr (Hauptpreis). Zuletzt erschienen: süperdepresyon. Cut-Up Zeitung/Gedichte. Türkisch mit deutscher Übersetzung (2019), sans trophée. 24 Gedichte in der Streichholzschachtel (2019) und nahezu nichts gelingt (2020), alle Duisburg/Berlin bei go-güzel-publishing.


dass die stadt mich verfolgt (2019) – PoetryClip von Lütfiye Güzel (Dauer: 1’31”).
Siehe auch “& das gegenteil von glück” (2020, Dauer: 10’21)


Mehr Informationen

  • Website der Autorin
  • Hannes Krauss: Laudatio auf Lütfiye Güzel (Literaturpreis Ruhr 2017)
  • Gerrit Wustmann: “Kein Bock auf Literaturagenten. Ein Porträt von Lütfiye Güzel “. In: der freitag. Die Wochenzeitung (34/2017)
  • Ijoma Mangold: “Was du machst, ist nicht aggro”. – Ein Streitgespräch mit den Autorinnen Nadire Biskin, Leona Stahlmann und Lütfiye Güzel über den deutschen Buchmarkt und wer dabei sein darf. In: DIE ZEIT. Nr. 12/2020 (12. März 2020).
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