Klaus Willbrand

Vier Fragen zu Rolf Dieter Brinkmann

Klaus Willbrand // Foto: Privat

Klaus Willbrand in seinem Antiquariat in Köln// Foto: Privat // Oben links ist das Plakat zu sehen, mit dem Rowohlt anlässlich der Erstveröffentlichung für Schnitte (1988) warb.

1. Wie hast Du Rolf Dieter Brinkmann kennengelernt?
Wir wurden Kollegen, als Rolf Dieter Brinkmann 1961 nach Köln kam und in der Buchhandlung von Joseph Caspar Witsch eine Stellung bekam.

2. Welcher seiner Texte hat Dir am besten gefallen?
Die Qualität seiner Lyrik steigerte sich von Band zu Band.

3. Was hättest Du Brinkmann gerne noch persönlich gesagt?
Ich habe ihm alles das, was ich zu sagen hatte, gesagt. Meistens habe ich zugehört.

4. Ergänze bitte folgenden Satz: Rolf Dieter Brinkmann…
… ist als Dichter lebendig geblieben.


Zur Person
Klaus Willbrand wurde 1941 in Essen geboren. Anfang der 1960er Jahre war er Lehrling in der Kölner Buchhandlung Witsch. 1962 verlegte er Rolf Dieter Brinkmanns lyrisches Debüt Ihr nennt es Sprache. Seit nunmehr vielen Jahren bereits betreibt Willbrand ein sorgfältig sortiertes Antiquariat in der Nähe der Universität Köln (Antiquariat im Weyertal, Weyertal 17, 50937 Köln).

Weitere Informationen

Cover des Gedichtbandes 'Ihr nennt es Sprache' von 1962

Cover von Ihr nennt es Sprache (1962)

Fest überzeugt von Brinkmanns schriftstellerischen Qualitäten, druckt Willbrand 1962 dessen Gedichtsammlung Ihr nennt es Sprache in fünfhundert Exemplaren, als ersten Titel seines kurz zuvor gegründeten Verlags. Doch der schmale Band – 18 Gedichte auf 29 Seiten – wird vom Dichter sofort wieder zurückgezogen. Brinkmann hatte vier Druckfehler in seinen Autorenexemplaren entdeckt. Er vernichtet diese Bücher und bittet Willbrand den Band nicht auszuliefern. Eine Bitte, der der Verleger zähneknirschend nachkommt. Zehn Jahre später gibt Brinkmann sein Einverständnis, diese Bücher doch zu verkaufen. Die Exemplare, die heute gelegentlich zum Verkauf angeboten werden, sind heiß begehrte Sammlerobjekte. Ein signierter Band kann mehrere hundert Euro kosten.

Zwei Zeitungsartikel von Georg Jappe und Stefan Andres erzählen die Geschichte des Manuskripts. Andres befragt 2009 Willbrand zu den Umständen der Entstehung und Drucklegung, Jappe wiederum gibt bereits 1979 eine weiterhin interessant zu lesende Einordnung dieser frühen Gedichte des Dichters. Siehe zum Band auch ausführlich die Untersuchung von Oliver Kobold: ‚Lange nachdenkliche Gänge‘. Rolf Dieter Brinkmanns Lyrik und Prosa 1959–1962. Universitätsverlag WINTER: Heidelberg 2014.

Bookmark the Permalink.

Kommentare sind geschlossen.