TU Braunschweig

Im Januar 2012 war ich eingeladen am Germanistischen Institut TU Braunschweig für eine literaturwissenschaftliche Gastvorlesung zum Thema: „Passwörter / mots de passe. Über kulturwissenschaftliche Zugänge zu den Gegenständen der Literatur.“

AUS DER EINLEITUNG
Der Titel meines Vortrags inspiriert sich an einem Buch des 2007 verstorbenen französischen Medientheoretikers, Philosophen und Soziologen Jean Baudrillard. Zwar werde ich Ihnen heute die Kulturwissenschaften nicht aus dem Blickwinkel dieses einflussreichen, wenn auch durchaus umstrittenen Vertreters postmodernen Denkens präsentieren. Doch sein Buch Mots de passe von 2000 schien mir gleichwohl in mehrfacher Hinsicht als Einstieg in unser Thema geeignet.

Die Kultur (quer) lesen

 
Denn die 17 kurzen Kapitel des schmalen Bandes von kaum 100 Seiten, präsentieren Schlüsselbegriffe seines Denkens wie „Verführung“, „Tausch“ und „Chaos“, „Das Virtuelle“ oder „Das Aleatorische“, die auch typische Themen aktueller kulturwissenschaftlichen Betrachtung sind. Andere wie „Das Ende“, „Das Böse“ oder „Das Schicksal“ sind hingegen klassische philosophische und philologische Themen, die jedoch hier mit neuen soziologischen oder medientheoretischen Fragestellungen quergelesen werden. Das französische passeur bedeutet sowohl „Fährmann“ als auch „Schmuggler“, und das Verb passer somit „überschreiten“, auch „hinüberbringen.

1. Teil: „Passwörter“: Einleitendes zum Thema Kulturwissenschaft(en)
2. Teil: Anwendungsbeispiel 1: Umberto Eco (Passwort: Gedächtnis)
3. Teil: Anwendungsbeispiel 2: Rolf Dieter Brinkmann (Passwort: Raum)

Die Teile 1 und 2 meines Vortrags kann man sich auf Soundcloud anhören.
(Siehe den direkten Link zu meinen Beiträgen über das Icon am Fuß dieser Seite)

„Passwörter“: Überträger und Schmuggler von Ideen

 
Baudrillard: „Paßwörter… der Ausdruck scheint mir gleichsam eine initiatorische Sache Art und Weise, ins Innere der Dinge einzudringen, ohne sie deshalb zu katalogisieren, ganz gut zu beschreiben. Denn Wörter sind Träger von Ideen, sie generieren sie, und zwar vielleicht mehr noch als andersherum. Als magische Operatoren mit gewissem Charme übermitteln sie nicht nur diese Ideen und Dinge, sondern sie selbst werden zu Metaphern und verwandeln sich in einer Art Spiralbewegung ineinander. Auf diese Weise sind sie Überträger und Schmuggler von Ideen (passeurs d’idées)“

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