Seit 1985 vergibt die Stadt Köln das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium zur Förderung der zeitgenössischen Literatur. Im vergangenen Jahr jährte sich der Todestag des Namensgebers zum 50. Mal. In diesem Jahr wird das Stipendium erneut ausgeschrieben. Junge Autor*innen (max. 35 Jahre) können sich bis zum 1. März 2026 bewerben. Die aktuell mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung gehört zu den wichtigsten literarischen Nachwuchsförderungen in Deutschland. Auf „Brinkmann wildgefleckt“ verlinke ich alle Infos zum Bewerbungsverfahren und verweise auf Statements, Gastbeiträge und Interviews früherer Preisträger*innen auf diesem Blog.
Das Stipendium für junge Autorinnen und Autoren gibt es bereits seit den siebziger Jahren. 1985 wurde die bis dahin schlicht „Förderstipendium Stadt Köln für Literatur“ betitelte Auszeichnung nach Rolf Dieter Brinkmann umbenannt, der (mit wenigen Unterbrechungen) von 1962 bis zu seinem Londoner Unfalltod 1975 in der Domstadt lebte (→ Zeittafel zur Vita). Das „Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium“ kann in den Kategorien Lyrik, Drama oder Prosa vergeben werden. Verbunden ist damit auch die Ausrichtung einer Lesung im Rahmen der feierlichen Preisübergabe im Literaturhaus Köln.
Neben dem Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium vergibt die Stadt Köln auch 2026 wieder vier weitere Förderstipendien für junge Kunst: je eines in den Sparten Bildende Kunst (Friedrich-Vordemberge-Stipendium) und Medienkunst (Chargesheimer-Stipendium), sowie zwei Stipendien im Bereich Musik, das Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium für Komponist*innen Neuer Musik sowie das Horst-und-Gretl Will-Stipendium für Jazz/Improvisierte Musik (finanziert von der Horst & Gretl Will-Stiftung). → alle Infos in der Übersicht
Zugelassen zum Bewerbungsverfahren sind professionelle Künstler*innen bzw. Autor*innen, die in Nordrhein-Westfalen leben und arbeiten. Im Verleihungsjahr dürfen die Bewerber*innen nicht älter als 35 Jahre sein (aktuell: Jahrgang 1991 und jünger). Für das aus privaten Mitteln finanzierte Horst-und-Gretl-Will-Stipendium für Jazz & Improvisierte Musik liegt die Altersgrenze bei 30 Jahren (aktuell: Jahrgang 1996 und jünger). Bewerberinnen und Bewerber müssen zudem in Nordrhein-Westfalen leben. Es wird erwartet, dass Preisträgerinnen und Preisträger, die nicht aus Köln kommen, für die Dauer der Förderung ihren Lebensmittelpunkt in der Domstadt haben. Dafür wird für drei Monate ein städtisches Gastatelier zur Verfügung gestellt.
Die Auswahl erfolgt in den einzelnen Sparten jeweils durch eine Fachjury.1Der Fachjury gehörten zuletzt an: Ruth Dickhoven, Journalistin; Bettina Fischer, Leiterin Literaturhaus Köln; Thea Mantwill, Autorin, Künstlerin … Continue reading Zur Beurteilung sind zusammen mit dem Bewerbungsbogen aussagekräftige Arbeitsproben einzureichen.
Rolf Dieter Brinkmann:
„(Weitermachen ist wichtig!, sagte immer Maleen“)2Zitiert nach Rolf Dieter Brinkmann: Erkundungen für die Präzisierung des Gefühls für einen Aufstand [Materialhefte, ca. 1970-72]. Hrsg. von … Continue reading
##

Urkunde des Brinkmann-Stipendium (2015) // Foto: Roberto Di Bella
Verleihung des Stipendiums: 8. Juli 2026 (im Historischen Rathaus)
Lesung im Literaturhaus Köln: 19. November 2026

Bewerbungsstelle
Die Oberbürgermeisterin
Kulturamt
Willy-Brandt-Platz 3
50679 Köln
Für Rückfragen
Tel.: 0221 / 221-32648
stipendien[at]stadt-koeln.de
www.stadt-koeln.de/service/adressen/kulturamt
Bewerbungsformular & alle Infos zum Verfahren:
www.stadt-koeln.de/
♦ ♦ ♦
Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger des Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendiums waren u.a. Marcel Beyer, Gunther Geltinger, Dieter M. Gräf, Norbert Hummelt, Adrian Kasnitz, Marie T. Martin, Ulla Lenze, Javier Salinas, Julia Trompeter, Dorian Steinhoff, Bastian Schneider, Özlem Özgül Dündar und Mirjam Kay Mashkour. Das Förderstipendium für Literatur der Stadt Köln gibt es bereits seit 1971. Erster Preisträger war damals Milan Nápravník (1931-2017). Doch erst seit 1985 trägt die Auszeichnung den Namen des Wahlkölners Rolf Dieter Brinkmann. Es war Alain Claude Sulzer (*1953), der sie unter diesem Namen erstmals entgegennahm. Für eine alphabetische Liste aller Preisträgerinnen und Preisträger siehe hier.
Im Jahr 2025 wurde die Aachener Autorin und Journalistin Katrin Krause (*1991) mit der Auszeichnung gefördert ■ → weitere Infos
Katrin Krause, geboren 1991, lebt in Aachen und ist als Journalistin und Autorin tätig. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit engagiert sich Katrin Krause intensiv im literarischen Bereich: Seit 2020 ist sie Herausgeberin des Literaturmagazins absolut zine und seit 2021 Mitglied des Literaturkollektivs DRAMA STREICHFETT. 2022 erhielt sie den Förderpreis der Wuppertaler Literatur biennale 2022. Zur Zeit arbeitet sie an einem Romanprojekt mit dem Titel „Ein Huhn zu hypnotisieren“.

Katrin Krause © Susen Krause
→ Begründung der Fachjury
→ Instagram-Profil der Autorin
Beiträge von/zu früheren Preisträger*innen auf diesem Blog
Dieter M. Gräf (1995) → Interview │ → Fragebogen
Norbert Hummelt (1996) → Interview │ → Essay
Stan Lafleur (2001) → Fragebogen │ Statement 2020
Adrian Kasnitz (2005) → Porträt │ → Fragebogen
Julia Trompeter (2012) → Fragebogen
Christoph Wenzel (2013) → Fragebogen
Dorian Steinhoff (2014) → Preisverleihung │ → Fragebogen
Sebastian Polmans (2015) → Preisverleihung │ → Fragebogen
Eine sehr gute Übersicht über Ausschreibungen für Literaturstipendien (in D, A und CH) gibt es auf literaturport.de.
Anmerkungen
