2025 hätte Rolf Dieter Brinkmann seinen 85. Geburtstag feiern können, wäre es nicht zugleich das Jahr seines 50. Todestages gewesen. Niemand kann sagen, was er nicht noch hätte leisten können: als Dichter, Schriftsteller, Medienarbeiter und Übersetzer. Die deutschsprachige Literatur- und Kulturszene hat er gleichwohl nachhaltig beeinflusst, nicht zuletzt auch durch zahlreiche Publikationen aus dem Nachlass, die seit 1975 erschienen sind. Vier spannende Neuerscheinungen zu Vita und Werk des Autors gab es im Jubiläumsjahr, darunter die erste umfassende Biografie zum Autor. Sie laden ein zur künftigen (Re-)Lektüre des Werks und eröffnen auch der Wissenschaft neue Zugänge. ■ Ein Beitrag von Roberto Di Bella.
//
„Warum hier haltmachen? Warum irgendwo haltmachen?“
Dies fragt Rolf Dieter Brinkmann 1969 in „Der Film in Worten“, seinem ,unkontrollierten‘ Nachwort zu ACID, der gemeinsam mit Ralf-Rainer Rygulla herausgebrachten Anthologie mit Texten und Bildern aus der amerikanischen (Post-)Beat-Generation und Undergroundszene – wovon er wenig später allerdings erstmal nichts mehr wissen wollte. „Mag sein, dass er bis heute das ist, was er zu Lebzeiten bereits war: Ein Außenseiter. Ein Sonderling. Ein Eckensteher“, schrieb Jens Uthoff 2015 in der taz. Doch ist dieses ‚image‘ nur teilweise richtig – und im Lichte neuer Text(be)funde vielleicht generell zu überdenken. War doch Brinkmann gerade in den Jahren zwischen 1965 und 1970 ein viel besprochener Autor, ja zeitweilig ein regelrechter Literatur- und Medienstar seiner literarischen Generation. Durch Herausgeberschriften bzw. eigene Werke bei so unterschiedlichen Verlagen wie Kiepenheuer & Witsch, Melzer und MÄRZ haben er und sein damaliges Netzwerk Impulse gesetzt, die bis heute nachwirken.
Zwischen Archiv und Gegenwart
//
Insbesondere seit den späten 70er Jahren haben zahllose literarische Autor*innen (und andere Kreative) sich mit ihm auseinandergesetzt, sich seine Texte, Bildwelten und Tonspuren produktiv angeeignet, immer wieder auch für die Bühne, wie das jüngste Beispiel am Schauspiel Köln zeigt. Zugleich ist sein Werk auch als Gegenstand der Forschung längst etabliert. Immer weitere Teile seines Nachlasses wanderten zuletzt aus privater Hand in die Archive und eröffnen somit neue Zugänge zum Werk. Beide Linien der Rezeption, die kreative wie die wissenschaftliche, versucht dieser Blog seit 2013 zu dokumentieren (→ Brinkmanns Leser*innen). Ist aber RDB, überspitzt gefragt, nur noch ein ‚writer’s writer‘, der „fast schon selber zu einem dieser Materialienbände geworden [ist], an denen er gearbeitet hat“ (Adrian Kasnitz)? Oder hat er auch künftigen Generationen von Leser*innen noch etwas zu sagen, jenseits der alten Schubladen – er, den das Feuilleton turnusmäßig alle fünf Jahre gern mit den Attributen „Kult-“ und „Pop-“ bzw. „Wortvandale“ und „enfant terrible“ belegt? Kurzum: Wie gegenwärtig wird sein Werk auch im öffentlichen Diskurs bleiben und was steht dem eventuell entgegen? *
Neue Bücher, neue Blicke
//
Vier Neuerscheinungen zu Brinkmanns Vita und Werk hat das Jahr 2025 hervorgebracht. Sie laden zur künftigen (Re-)Lektüre des Werks ein. Hierzu im Folgenden jeweils meine persönliche Einordnung.
2025 haben uns im Übrigen leider drei Menschen verlassen, die Person oder Werk des Autors in besonderer Weise kannten und denen ich selbst seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden war: der Antiquar Klaus Willbrand (*1941), der 1962 den ersten Gedichtband des Autors drucken ließ; Gunter Geduldig (*1948), Initiator der Rolf-Dieter-Brinkmann-Gesellschaft (1992-2012) in Vechta und, als langjähriger Direktor der dortigen Universitätsbibliothek, auch einer seit 2005 bestehenden Archivstelle zum Autor; sowie Henning John von Freyend (*1941), Mitbegründer der Kölner Künstlergruppe EXIT, Freund und Briefpartner Brinkmanns.1Das Vorschaubild zu diesem Beitrag zeigt John von Freyends Ölgemälde „Rolf Dieter Brinkmann“ (1983, 80 x 70 cm, Heinrich-Heine-Institut … Continue reading
Den Blogbeitrag beschließen eine Liste ausgewählter Besprechungen zu den nachgenannten Büchern, Hinweise auf weitere Publikationen im vergangenen Jahr sowie ein Ausblick auf das RDB-Jahr 2026. Denn: „Weitermachen ist wichtig“ (Brinkmann).
/
Zurück nach oben
/

Michael Töteberg, Alexandra Vasa: Ich gehe in ein anderes Blau (Rowohlt Verlag)
Michael Töteberg und Alexandra Vasa haben mit Ich gehe in ein anderes Blau die lang erwartete, erste umfassende Biografie zu Rolf Dieter Brinkmann vorgelegt. Erschienen ist sie bei Rowohlt, wo seit 1975 auch das Gesamtwerk des Autors erscheint, in Nachdrucken und posthumen Editionen. Für ihr Buch – der Titel ist einem viel zitierten Gedicht aus Westwärts 1&2 (1975) entnommen – konnten die beiden Biografen zahlreiche, noch unveröffentlichte Quellen auswerten. Sie stammen insbesondere aus dem erst kürzlich zugänglichen privaten Nachlass Brinkmanns sowie dem Vorlass von Ralf-Rainer Rygulla, die sich inzwischen beide im Deutschen Literaturarchiv Marbach befinden. Zu den dortigen Beständen gehören neben Manuskripten des Autors auch höchst aufschlussreiche Briefe an u.a. Nicolas Born, Henning John von Freyend, Rygulla sowie Maleen Brinkmann (geb. Kramer), mit der er seit 1964 verheiratet war.
Auf dieser Grundlage (ergänzt um zahlreiche Aussagen von Weggefährt:innen) gibt Ich gehe in ein anderes Blau in dreizehn ausführlichen Kapiteln einen Überblick über die ebenso kurze wie wechselhafte Vita des Autors: von der Kindheit und Jugend in Vechta und der Buchhandelslehre in Essen über die Stationen Köln, Rom und Austin bis hin zum tragischen Unfalltod in London. Streckenweise liest sich diese Biografie wie das Drehbuch zu einem Doku-Drama, so nah und ungefiltert kommt man dem Dichter darin, auch in seiner unaufhörlichen existentiellen Zerrissenheit. Oft genug hatte er sie selbst zum Inhalt seiner literarischen Texte und Briefe gemacht.
„Brinkmann weist in die Zukunft“ (Peter Handke)
//
Michael Töteberg profitiert hierbei von einer jahrzehntelangen Doppelexpertise: einerseits als Filmwissenschaftler und kundiger Rechercheur mit Büchern u.a. über Fritz Lang, R. W. Fassbinder oder die TV-Serie Babylon Berlin, andererseits als Verlagsexperte und Mitarbeiter von Rowohlt, wo er seit mehr als 25 Jahren Brinkmanns Werk editorisch betreut. Alexandra Vasa hingegen ist Germanistin und hat mit Töteberg zuvor mehrere Bände der literaturwissenschaftlichen Zeitschrift Text + Kritik herausgegeben. Mit Wertungen halten sich die Biografen in diesem Fall weitgehend zurück, lassen vor allem die Quellen und Zeitzeug:innen in ausführlichen Zitaten sprechen, machen Publikationsgeschichte(n) sichtbar. Gleichwohl wäre bisweilen eine stärkere Einordnung des Schriftstellers auch in die übergreifenden kulturellen Zeitläufte und literaturgeschichtlichen Zusammenhänge wünschenswert gewesen.
Denn bei allem eigenen Pochen auf die eigene Unabhängigkeit bleibt Brinkmann doch ein Kind seiner Zeit. Und die liegt nunmehr viele Jahrzehnte zurück. Diese zunehmende historische Distanz gilt es sich beim Lesen seiner Texte (und multimedialen Collagen) bewusst zu halten, nicht nur für jüngere Leser:innen. In Summa jedoch ist Ich gehe in ein anderes Blau vor allem eines: ein äußerst anregendes und gut lesbares Buch, das mit Blick auf die neu erschlossenen Dokumente Pionierarbeit leistet. Dank ihrer präzisen Recherche – außer in Marbach u.a. auch in Archiven in Berlin, Köln, Sulzbach-Rosenberg und Vechta – räumen Töteberg und Vasa nebenbei auch mit mancherlei Missverständnissen und Halbwahrheiten zum Autor auf. So dürfte ihr Buch zur Pflichtlektüre für all jene werden, die sich künftig auf verlässlicher Grundlage eingehender mit Brinkmann beschäftigen möchten.
Michael Töteberg/Alexandra Vasa: Ich gehe in ein anderes Blau. Rolf Dieter Brinkmann – eine Biografie. Reinbek 2025; 400 Seiten, Hardcover, 35 EUR
→ zur Verlagsseite (mit Leseprobe)
→ Auf diesem Blog: Brinkmann liest Tieck in Austin
→ Auf diesem Blog: Brinkmanns frühe Verlagssuche
♦
Zurück nach oben
♦

Rolf Dieter Brinkmann: Westwärts 1&2 (Rowohlt Verlag)
Gewürdigt wurde Brinkmann 2025 auch mit einer erweiterten Ausgabe seines erfolgreichsten Gedichtbandes Westwärts 1&2 (1975), herausgegeben von Michael Töteberg. Es sollte zugleich das letzte Werk sein, das der früh verstorbene Autor selbst zum Druck befördert. „Es ist ein subjektives Buch, ohne Rücksicht auf die herrschenden literarischen Konventionen und kann ebenso gut als ein zusammenhängendes Prosabuch, Gedichtbuch wie Essaybuch gelesen werden.“ Diese Kurzcharakterisierung stammt von Brinkmann selbst. Er hatte sie kurz zuvor telefonisch an den Rowohlt-Verlag durchgegeben. Zu seinem letzten öffentlichen Auftritt, Mitte April 1975, auf dem International Poetry Festival in Cambridge, konnte er noch ein Exemplar des offiziell erst im Mai ausgelieferten Titels mitnehmen.
Was in jener Telefonnotiz mitschwingt, ist Brinkmanns damaliges Interesse an den großen angloamerikanischen lyrischen Langformen seines Jahrhunderts: sei es Ezra Pounds Cantos, T.S. Eliots Waste Land oder – mit zahlreichen motivischen und strukturellen Parallelen zu Westwärts 1&2 – William C. Williams Paterson. In all diesen genresprengenden Werken wie auch Brinkmanns eigenen Gedichten erfahren die Subjekte „eine mythologische Ungeordnetheit“ (Michel Butor) und geraten in eine Welt von Widersprüchen, die sie gleichwohl zu gestalten suchen. „Die Wörter / ziehen uns weiter, / westwärts, / wohin? (Wer ist / wer?) Und / die Mythologie der vier Himmels / Richtungen bricht zusammen, / in verschiedenen Farben.“ So heißt es in einem der zwei titelgebenden Gedichten des Gedichtbandes, die vordergründig jeweils Brinkmanns Flug nach und von Austin/Texas aufgreifen und diese Reise zur Metapher eines fortschritts- und utopiegläubigen Zeitalters macht. Das er hiermit zugleich lyrisch verabschiedet, „So goodbye yellow brick road. / Where the dogs of society howl“, um Elton John zu zitieren, dessen ähnlich gestimmtes aktuelles Album Brinkmann beim Verfassen der eigenen Gedichte auf dem Plattenteller liegen hat.
„Als ich erwachte, war der Tag schon voller Lärm, /
und die Dinge wurden bewegt, schon lange vorher“//
//
Das Besondere an Westwärts 1&2, der unverwechselbare Sound dieser Gedichte, erschließt sich deshalb erst bei einer ganzheitlichen Lektüre. Leider jedoch werden hieraus seit über fünfzig Jahren die immer gleichen, wenn auch exquisiten Vershäppchen herauskopiert: sei es „Die Orangensaftmaschine“, „Oh friedlicher Mittag“ oder auch „Einen jener klassischen…“, welches vermutlich das Anthologie-Ranking anführt: „Brinkmanns lyrische Hit-Single, die mich immer ein bißchen an Udo Jürgens’ ,Griechischer Wein‘ erinnert hat“, so der Lyriker Norbert Hummelt in einer originellen Interpretation des Gedichts. Begreift man hingegen Westwärts 1&2 als Gesamtkomposition, entdeckt man eine komplexe Struktur, die insbesondere vom Wechsel zwischen kurzen, epiphanischen Momenten der Ruhe und jenen Flächengedichten bestimmt wird, die über viele Seiten rastlos fortmäandern. Ein Wechsel, der sich oftmals auch innerhalb der Langformen wiederholt. Diese strukturiert Brinkmann jedoch nicht durch klassische Verseinheiten, sondern mittels einer „composition by field“, welche sich am organischen Rhythmus von Aus- und Einatmen orientiert. Dies konnte er aus Charles Olsons wirkmächtigem Manifest über den „Projective Verse“ lernen.
Was Brinkmann 1969 mit dem Langgedicht „Vanille“ in März-Texte 1 erstmals erprobt, gewinnt in Westwärts 1&2 an sprachlicher Wucht und poetologischer Komplexität. Letztere wird zusätzlich durch die insgesamt eigenen 144 Schwarzweiß-Aufnahmen, die Brinkmann den Texten tableauartig voran- bzw. nachstellt. Hinzu kommt der fast 80-seitige Essay „Ein unkontrolliertes Nachwort zu meinen Gedichten 1974/1975“. Diesen musste Brinkmann aus Kostengründen allerdings wieder herausnehmen, auf Drängen des Verlages, ebenso wie zahlreiche längere und kürzere Gedichte. Der Band wäre sonst nicht in Druck gegangen. Doch auch in dieser Kompromissfassung – 183 Seiten in zwei Schriftgrößen und im Taschenbuchformat gedruckt – wurde Westwärts 1&2 zu einem Meilenstein der deutschsprachigen Lyrik des 20. Jahrhunderts. Er trug dem Lyriker noch im gleichen Jahr den erstmals verliehenen Petrarca-Preis ein, leider erst posthum. Mit der Neuausgabe von 2005 erschien der Band in der von Brinkmann vorgesehenen Form und mit fast verdoppeltem Umfang.
Warum nun also noch eine dritte Ausgabe? Der private Nachlass des Dichters befindet sich seit letztem Jahr im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Michael Töteberg konnte ihn als einer der ersten überhaupt sichten, während der Arbeit an der mit Alexandra Vasa verfassten Brinkmann-Biografie. Dabei stieß er nicht nur auf das Originalmanuskript des Lyrikbandes, sondern fand auch zahlreiche Gedichte, die der Autor zunächst ebenfalls hierfür vorgesehen hatte. Der 50. Todestag bot nun die willkommene Gelegenheit, die inzwischen vergriffene Ausgabe von 2005 nochmalig erweitert aufzulegen./Die insgesamt 27 neuen Gedichte werden nun im Anhang veröffentlicht um den Unterschied kenntlich zu machen. Einige waren zwar im Laufe der Jahrzehnte nach Brinkmanns bereits in Zeitschriften und Almanach erschienen, doch kommt so gewissermaßen zusammen, was zusammen gehört.
In seinem ausführlichen Nachwort ordnet Töteberg die Ergänzungen klug ein und lässt die wechselvolle Entstehungsgeschichte des Manuskripts Revue passieren. Nicht alle der neuen Gedichte sind gleichermaßen überzeugend, oftmals variieren sie nur die bisherigen Motivkomplexe. Sie zeugen aber auch von bisher unbekannten Lektüren Brinkmanns (Byron, Van Gogh, Mandelstam). Die begrenzende Hand seines Rowohlt-Lektors Jürgen Manthey hatte dem ausufernden Charakter des Werks damals womöglich sogar gut getan. Drängt es doch schon über sich hinaus, in Richtung jenes zweiten Romans, an dem der Autor entgegen aller anders lautenden Spekulationen energisch arbeitete. Auch dies wissen wir nun verlässlich, dank Tötebergs jüngster Probebohrungen im Nachlass.2Siehe zu diesem Aspekt bereits meine Monografie von 2015. Sie musste in diesem Punkt noch spekulativer argumentieren, worüber nun größere … Continue reading
„Sag, sagte ich zu ihr, ein /
Wort und die Türen öffneten sich erneut.“
//
Stärker noch als andere seiner Arbeiten zuvor ist Westwärts 1&2 ein Werk des Übergangs, mehr noch: Ausdruck eines Durchbruchs und Neuanfangs. „Ticket to Ride“ und „Vita Nuova“ heißen entsprechend zwei der Neuzugänge. Entsprechend wimmelt es in den alten wie neuen Texten von Fenstern, Türen und Wegen. Doch ebenso scheitert und stolpert dieses lyrische Ich, lässt viele vermeintliche Gewissheiten zurück und rechnet ab. Es ist ein Gedichtband, der formal nichts Neues erfindet, sondern vieles adaptiert und variiert, was transatlantisch (oder innerhalb der europäischen Literaturen) schon vorgeprägt wurde. Und doch geschieht es hier auf eine bis dahin im Deutschen unerhörte Weise. So war und bleibt Brinkmann „der große Anreger“ (Jan Volker Röhnert) für eine im Wortsinn gegenwärtige Lyrik.3Vgl. hierzu auch meinen aktuellen Aufsatz: „‚Die Hauptstraße, auch der Gedanken, ist aus 6spurigem Asphalt‘. Rolf Dieter Brinkmann: ein … Continue reading „Poesie ist Gegenwartsbewußtsein“ ruft uns der Dichter zu. Einer weiteren kreativen Aneignung steht im Falle dieser Neuausgabe allein der stolze Preis von 52 Euro entgegen. Diese Kalkulation des Rowohlt-Verlages spricht jedenfalls nicht gerade für den Wunsch nach einer Popularisierung des Autors, zumal auch weitere seiner Werke dort längst vergriffen sind.
Und wie geht es nun weiter? „Der Nachlass bietet den von Brinkmann geschmähten Viehlologen ein reiches Feld. Von fast allen Gedichten gibt es mehrere Versionen“, so Herausgeber Michael Töteberg im Nachwort. Selbst auf den bereits sauber abgetippten Fassungen finden sich offenbar zahlreiche Änderungen, Erweiterungen. So justiert der Dichter sich stetig neu, ,sampelt‘ und überschreibt sich selbst, wuchern seine Texte weiter: westwärts. Wie schreibt Brinkmann im „Unkontrollierten Nachwort“: „Jedes Gedicht, noch das perfekteste, in sich geschlossenste, vollendetste Gedicht ist ein Fragment“. Somit dürfte auch diese Edition des Gedichtbandes nicht das letzte Wort sein und man denkt unwillkürlich an die vielzitierte „Vorbemerkung“: „Auch alle Fragen machen weiter, wie alle Antworten weitermachen. Der Raum macht weiter. Ich mache die Augen auf und sehe auf ein weißes Stück Papier“.
Rolf Dieter Brinkmann: Westwärts 1 & 2. Gedichte. Reinbek 2025; 448 S., Klappenbroschur, 52 EUR.
→ zur Verlagsseite (mit Leseprobe)
→ Prof. Albert Meier (Universität Kiel): Vorlesung zu Westwärts 1&2 (WS 2016/17), Video mit Powerpoint
♦
Zurück nach oben
♦

Frank Schäfer: BRINKMANN. Ein Zettelkasten (Reiffer Verlag)
Frank Schäfer verbindet, wie Michael Töteberg, eine nunmehr jahrzehntelange Beschäftigung mit dem Kölner Autor. Alte und neue Texte über Brinkmann hat der Literaturkritiker, Musikjournalist und Popkultur-Experte zum Doppeljubiläum in BRINKMANN. Ein Zettelkasten zu einer kursorischen, aber auch persönlichen Einführung in Leben und Werk des Autors zusammengestellt. Das Ergebnis ist ein Buch, das gegenüber der Rowohlt-Biografie eigene, auch literarisch inspirierte Akzente setzt. So besticht der schmale Band mit seiner gelungenen Mischung aus biografischen Annäherungen, kritischen Einordnungen und exemplarischen Textanalysen.
Hierbei ordnet Schäfer Person, Werk und Ästhetik Brinkmanns auch in einen popkulturellen wie sozialgeschichtlichen Hall- und Zitatraum ein. Hierfür kann er aus dem Vollen schöpfen, hat er doch seit 1997 eine Vielzahl an Büchern zu Musik und Literatur der gegenkulturellen Bewegungen veröffentlicht. Für dieses Profil steht auch der Verlag von Andreas Reiffer, in dem nicht nur dieses aktuelle Buch erschienen ist.
„Brinkmann laboriert am Deutschsein.
Auf ungute, auf sehr deutsche Weise.“
//
Andererseits stützt Schäfer seine Deutung der Persönlichkeit des Autors immer wieder durch psychologische Erklärungsansätze, wie es bereits Dieter Wellershoff in seinem frühen Brinkmann-Essay „Destruktion als Befreiungsversuch“ (1976) unternommen hatte.4Dieter Wellershoff: „Destruktion als Befreiungsversuch. Über Rolf Dieter Brinkmann“. In: Akzente, 23. Jg. (Juni 1976), H. 3, 277–286. So naheliegend es auch ist, einen so erratischen und zerrissenen Charakter wie den Brinkmanns auf die Couch zu bitten, stößt es doch in beiden Fällen an Grenzen. Denn „Brinkmanns Zorn“ – siehe das gleichnamige Biopic von 2006 – wird von ihm selbst oftmals auch als kalkulierter Effekt eingesetzt, mit stilistischen Anleihen bei seinen literarischen Vorbilder, wie z.B. Céline in den Anfängen sowie später z.B. Burroughs. Natürlich ist es hierbei schwer, zwischen Fakt und Fiktion zu differenzieren, aber hier „fällt die Grenze zwischen Autor und Figur, die Figuren sind Fraktale des Autors.“ Was Jürgen Ploog hier über Burroughs in seinem Tagebuch notiert, ließe sich deshalb auch auf Brinkmanns autofiktionale Ich-Konstruktionen übertragen.5Jürgen Ploog: FL [Fort Lauderdale], 16.7.1991. Zitiert nach: SCHREIBHEFT. Zeitschrift für Literatur. Nr. 106 (Februar 2026), S. 130. – Diese … Continue reading Oder mit Rimbaud gesagt: „Je est un Autre.“
Das wilde Lesen: so heißt Schäfers gleichfalls lesenswerter Essayband über (s)einen Gegenkanon deutschsprachiger Literatur ,nach der Revolte‘. Der Titel passt auch zum Prinzip des Zettelkastens mit seinem gleichermaßen hedonistisch-subjektiven Zugang zum Dichter und seiner Zeit. Das mag manchen zum Widerspruch reizen. Dabei macht Schäfer, hierin ganz anders als Töteberg/Vasa, zugleich die eigene kulturelle und politische Sozialisation kenntlich und zum Ausgangspunkt der Überlegungen. Damit bietet sein Band eine gute Ergänzung zur großen Rowohlt-Biografie: als perspektivische Erweiterung in die Jetztzeit und bewusst niedrigschwelliger Einstieg für all jene, die bisher noch nicht mit der Materie vertraut sind.
Frank Schäfer: BRINKMANN. Ein Zettelkasten. Hannover 2025; 160 S., Hardcover, 18 EUR.
→ zur Verlagsseite
→ Auf diesem Blog: Brinkmann in Cambridge
→ Weitere Leseproben als Kolumne auf jungeWelt.de
♦
Zurück nach oben
♦

R. D. Brinkmann / R.-R. Rygulla (Hg.): Frank Xerox’ wüster Traum (Dielmann Verlag)
Die vielleicht aufregendste, weil gänzlich unverhoffte Neuerscheinung zum Jubiläumsjahr verdanken wir Ralf-Rainer Rygulla, Brinkmanns literarischem Mitstreiter und langjährigem Freund. Frank Xerox’ wüster Traum ist der Titel eines 1969/70 gemeinsam konzipierten Bandes mit Gedichten. Es handelt sich hierbei um Lyrik bzw. ,Antilyrik‘, die die beiden in den meisten Fällen gemeinsam verfasst haben. Es handelt sich also um eine bewusste spielerisch, ja ironisch-subversive Abgrenzung von einer individualistischen Lyriktradition. „Kollaborationen“ lautet ihre Bezeichnung für diese Form. Das Vorbild hierfür liefern ihnen zeitgenössische Texte von Autoren wie Frank O’Hara, Ron Padgett oder Ted Berrigan. Sie alle gehören der sog. „New York School of Poetry“ an. So lautet die Bezeichnung für eine einflussreiche Gruppe amerikanischer Dichter:innen der 1950er und 60er Jahre, die für ihre urbane, witzige und informelle Lyrik bekannt war, eng verbunden mit Malern des Abstrakten Expressionismus. „Wenn dir ein Gedicht gefällt, dann verändere es, und schreib deinen Namen darunter“ (Ted Berrigan) und „Poetry is made by all. Not by one“: so lauten die neuen, auch gegen die herrschende modernistische Hochkultur gerichteten Aufrufe und Slogans. Padgett rief gar zu einem „New Plagiarism“ auf.
Dieser literarische Geist kommt auch im Titel Frank Xerox’ wüster Traum zum Tragen. „Wir assoziierten frei aus der Situation heraus, nach dem, was wir durch die Scheiben [während einer Zugfahrt, Anm. d. Verf.] sahen, nach Stichwörtern, die wir uns zuspielten. Da war nie ein Zwang, uns oder Lesern eine bedeutende Mitteilung zu machen. Das lustvolle Erstellen eines Textes stand im Vordergrund.“ (Ralf-Rainer Rygulla). Zugleich enthält der Titel eine Anspielung auf die seit den fünfziger Jahren sich ausbreitende Praktik des Kopierens. So bringt das US-amerikanische Unternehmen Rank Xerox 1959 den ersten automatischen Großkopierer auf den Markt.
Viele der hier versammelten Texte erschienen zunächst verstreut in Zeitschriften wie Merkur, Akzente und insbesondere in Der Gummibaum, dem von Brinkmann und Rygulla nach amerikanischen Vorbild konzipierten ‚little mag‘. Geplant war also mit Frank Xerox, die zuvor verstreut erschienenen Kollaborationen zusammen mit neuen Texten in Buchform zu veröffentlichten. Der Ort hierfür sollte Jörg Schröders MÄRZ Verlag sein. Dort hatten Brinkmann und Rygulla zuvor bereits die viel beachtete Übersetzungsanthologie ACID. Neue amerikanische Szene (1969) herausgebracht. Auch das neue Buchprojekt wird noch von der literarischen Aufbruchsstimmung in jenem Reader bestimmt, der Prosa, Lyrik und Essays der zweiten Generation der Beatautor:innen und vor allem New Yorker Literatur- und Kunstszene enthält (Frank O’Hara, Andy Warhol, Anne Waldman, Joe Brainard, Ron Padgett u.a.m.).
„Sind das überhaupt noch Gedichte?“ (Dieter Wellershoff)
//
Doch bereits kurz nach dem Erscheinen von ACID entfremden sich die beiden langjährigen Freunde zusehends, zumal Rygulla in seiner neuen Funktion als Lektor des MÄRZ-Verlages inzwischen die Seiten gewechselt hatte. Hierdurch war er für Brinkmann nicht mehr der Mitstreiter und Alliierte früherer Jahre (→ Rygulla im Interview). Die weitere Arbeit an Frank Xerox gerät ins Stocken. Bald darauf verliert Brinkmann, der sich inzwischen aus dem Literaturbetrieb zurückgezogen hatte, gänzlich das Interesse am Projekt. Als dann der MÄRZ Verlag im Jahr 1973 erstmals Insolvenz anmelden muss und Brinkmann 1975 stirbt, ist an eine Veröffentlichung des Konvolut zunächst nicht mehr zu denken. Spätere Initiativen Rygullas blockt Maleen Brinkmann als Verwalterin des Nachlasses ab. Vergangenes Jahr erst, nach über 50 Jahren, hat sie auch in diesem Punkt ihren Widerstand aufgegeben. Und so konnte das von Rygulla jahrzehntelang sorgsam aufbewahrte Typoskript endlich veröffentlicht werden.
Erschienen ist es bei Axel Dielmann in Frankfurt/Main, dessen unabhängiger Verlag insbesondere zeitgenössische Prosa und Lyrik herausbringt. Und irgendwie passt das auch zu diesen Texten, von denen viele so frisch und provokant wirken, als hätte ihnen die lange Lagerungszeit nichts anhaben können. Vor allem sollten sie den beiden Autoren beim Verfassen selbst Spaß machen. Es sind somit Gedichte, die sich selbst nicht so ernst nehmen: „Also mach dir nichts draus und hab keine Angst vor Lyrik. Hab keine Angst vor dieser großen Anstrengung in diesem Kunstwerk Sprache. Mach da was draus, fang einfach an“, so Rygulla in seinem „Gespräch über Lyrik“ für diesen Blog. In der von ihm besorgten Ausgabe von Frank Xerox wird das ursprüngliche Konvolut erweitert und gerahmt durch Briefe, Redaktionsnotizen und weitere Dokumente zur Ästhetik der Texte und ihrer Entstehungsgeschichte. Die zunächst aus Zeitnot und Mittelknappheit geborene Idee Rygullas, die meisten der Gedichte und sonstigen Texte einfach im Faksimile zu drucken, erweist sich dabei als Glücksfall. Man kann an den Texten, die teilweise mit Anmerkungen versehen sind bzw. unvollständig blieben, die „Lust am Schreiben“ (Barthes) auch visuell nachvollziehen. Das Buch wird so zum Zeugnis des damaligen „work in progress“, inklusiver gelegentlicher Kaffeeflecke.
„Unsere zärtlichsten Gefühle sind den Fischen nicht un- /
bekannt, obgleich niemand weiß, ob / sie das Wasser lieben…“
//
Dies gilt bereits für die originelle Verpackung des Buches. Sie zeigt uns jenen Leitz-Schnellhefter, in die Brinkmann das Material zuletzt abgeheftet und Rygulla zur freien Verfügung geschickt hatte. Doch auch der ursprüngliche Umschlagentwurf mit einem Pin-up-Girl als Motiv wurde in die Edition aufgenommen. Mit seiner Herkunft aus einem Hollywood-Filmkalender verweist er auf den ästhetischen Zeitgeist der „new sensibility“. Der Begriff hat jedoch nichts mit einer irgendwie ,sensiblen‘ Einstellung zu tun, sondern wäre zutreffender mit „neue Erlebnisweise“ zu übersetzen. In den 60er Jahren fordern in den USA die Essays einer Susan Sontag, eines Leslie Fiedler und Marshall McLuhan die Literatur (und ihre professionelle Kritik) auf, sich auch auf die zeitgenössischen Massenmedien und Konsumsphäre hin zu öffnen. Die neuen, „post-modernen“ Impulse stammen deshalb aus bis dahin marginalisierten, als trivial und konsumistisch erachteten, Subgenres wie Science Fiction, Western und Pornografie. 6Man denke hierbei auch an den legendären, von Brinkmann selbst, with a little help von Rygulla, zusammengeschnippelten Umschlag zu Die Piloten … Continue reading
Künstlerisch abgerundet wird Frank Xerox durch verschiedene Illustrationen von Berndt Höppner (*1942). Die Arbeiten des Schweizer Malers, Grafikers und Mitglied des Künstlerkollektives EXIT Bildermacher waren bereits in der Anfangskonzeption des Buches von 1970 vorgesehen. In dieser intermedialen Kooperation soll, wie bereits im Falle von ACID, das Medium Buch experimentell überfordert und die Grenzen der Literatur insgesamt spielerisch erweitert werden. So präsentiert sich Frank Xerox’ wüster Traum heutigen Leser:innen als historisches Fragment und ästhetisches Abenteuer zugleich.
Rolf Dieter Brinkmann / Ralf-Rainer Rygulla: Frank Xerox’ wüster Traum und andere Kollaborationen. Nachwort von R. R. Rygulla, Anm. von Michael Töteberg. Frankfurt a. M. 2025; 112 S., kartoniert, 26 EUR
→ zur Verlagsseite
Weitere Besprechungen (in Auswahl)
Es handelt sich in den meisten Fällen um Sammelkritiken zu zwei oder mehr der vorstehenden Titel. Verlinkte Namen verweisen auf thematische Beiträge der Personen auf diesem Blog, verlinkte Daten hingegen auf zurzeit frei zugängliche Online-Versionen der Besprechungen (Stand 03/2026).
/
- Bernd Berke: „Diese ungeheure, schöpferische Wut“. In: Revierpassagen (21. März 2025).
- Helmut Böttiger: „Töteberg/Vasa: Ich gehe in ein anderes Blau und Brinkmann: Westwärts 1&2“. DLF (16. Februar 2025) | 19:49 Min.
- Theo Breuer: „Bücher · Brinkmann · Bei:spiele“. In: Büro für Text & Literatur (23. April 2025).
- Rüdiger Dittrich: „Stoßseufzer der Kunst“. In: Gießener Anzeiger (15. Mai 2025).
- Wolf Ebersberger: „Der Kotzbrocken konnte auch zart“. In: Nürnberger Nachrichten (23. April 2025).
- Jonas Engelmann: „Rolf Dieter Brinkmann: Die Augen gehen auf“. In: nd. Journalismus von links (22. April 2025).
- Gisa Funck: „ ,Mit Zweifel an allem, und Wut auf fast alles‘. Eine ,Lange Nacht‘ über den Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann“. DLF (19. April 2025) | 159:30 Min.
- Richard Kämmerlings: „Der Dichter zeigt herausforderndes Verhalten“. In: Die Welt (23. April 2025).
- Ulrich Klappstein: „Leben und Wirken des armen B.“. In: literaturkritik.de (Nr. 4, April 2025)
- Christian Metz: „Rolf Dieter Brinkmann: Sein Vater erinnerte ihn an Charlie Chaplin“. In: FAZ (21. März 2025).
- Peter Meisenberg: „Rolf Dieter Brinkmann, Westwärts 1&2, Gedichte“. Westart, WDR (19. April 2025).
- Michael Niehaus: „50 Jahre nach dem Tod des Dichters aus Vechta“. In: NDR Kulturspiegel (6. Mai 2025) | ab Min. 29:56.
- Martin Oehlen: „Rolf Dieter Brinkmann – Ein Ich, das querliegt zur Welt“. In: Kölner Stadt-Anzeiger (5. April 2025).
- Manfred Orlick: „Aufmüpfiger Dichterrebell und literarischer Erneuerer“. In: literaturkritik.de (Nr. 4, April 2025).
- Jan Volker Röhnert: „Der große Anreger: Rolf Dieter Brinkmanns Westwärts 1&2 zum Dritten“. In: faustkultur.de (21. März 2025).
- Eckhard Schumacher: „Rolf Dieter Brinkmann: Der erste Popliterat der deutschen Sprache“. In: FAZ (22. April 2025).
- Hubert Spiegel: „Die Stadt und ihr toter Dichter. Von Liebe keine Spur?“. In: FAZ (23. April 2025).
- Willi Winkler: „Rolf Dieter Brinkmann. So viel Genie muss sein“. In: SZ (22. April 2025).
Für weitere Belege und präzisere Nachweise vgl. den Online-Katalog der UB Vechta.//
/
Zurück nach oben
/
Und was gab es sonst noch im Brinkmann-Jahr 2025?
- Ulrich von Bülow: „Alles Schutt, alles Spuk. Bilder aus dem Nachlass von Rolf Dieter Brinkmann“. Vortrag bei der Karl Jaspers-Gesellschaft Oldenburg, 19. November 2025. ♦ Der Leiter der Handschriftenabteilung im Deutschen Literaturarchiv (Marbach am Neckar) gibt exklusive Einblicke in den kürzlich neu erworbenen Nachlass des Schriftstellers. → weitere Informationen
- Markus Fauser: Let’s talk about Rolf. Podcast-Reihe mit Zeitzeug*innen-Gesprächen zu Rolf Dieter Brinkmann. Alle Folgen auf kulturstiftung-brinkmann.de/zeitzeugen
- Herbert Kapfer: Der Planet diskreter Liebe. Roman. München 2025. ♦ Der deutsche Autor und Publizist ist bestens mit Brinkmanns Werk vertraut. Als langjähriger Leiter der Abteilung Hörspiel und Medienkunst im BR betreute er zwei wichtige CD-Editionen mit Aufnahmen aus dem akustischen Nachlass Brinkmanns. In seinem zweiten Roman lässt er die intellektuelle Atmosphäre der 70er Jahre lebendig werden, mit zahlreichen Anklängen an Brinkmann. → weitere Informationen
- Jamal Tuschik: „Poesie als sinnliches Ereignis – Rolf Dieter Brinkmanns Widerstand gegen die kanonisierten Lyrikbegriffe im Nachkriegskontext“. In: jamaltuschick.de (22. Juli 2025).
„Weitermachen ist wichtig“ – Aufblick auf RDB in 2026
- Norbert Wehr (Hg.): Schreibheft. Zeitschrift für Literatur. Nr. 106 (Februar 2026): Schwerpunktausgabe mit nachgelassenen Texten von Rolf Dieter Brinkmann & Jürgen Ploog. Beiträge von Roberto Di Bella, Michael Kellner, Wolfgang Rüger, Michael Töteberg, Johannes Ullmaier und Frank Witzel. → zur Website der Zeitschrift
- „Rolf Dieter Brinkmann & Jürgen Ploog – Wider die Tyrannei der Wörter!“ Podiumsdiskussion über das Schreibheft Nr. 106, mit Frank Witzel, Johannes Ullmaier und Wolfgang Rüger. Moderation: Sigrid Fahrer. 27. März 2026, 19:30 Uhr, Uni-Archiv, Dantestraße 9, Frankfurt/Main. Eintritt frei, Anmeldung unter: uniarchiv[at]uni-frankfurt.de → mehr Informationen
- Rolf Dieter Brinkmann: Die Wörter sind böse. Regie: Wolfgang Menardi. Schauspiel Köln (Depot 2). Premiere: 17. Januar 2026; nächste Aufführung: So., 19. April 2026 (20:00 Uhr), weitere Termine in Planung für die Spielzeit 2026/27 → Schauspiel Köln
- Michael Töteberg, Alexandra Vasa: Ich gehe in ein anderes Blau. Lesung und Gespräch; 18:30 Uhr → Schauspiel Köln
- Markus Fauser, Annkathrin Sonder (Hg.): Rolf Dieter Brinkmann: Briefe. Vechtaer Ausgabe. Band I: 1956 bis 1959. Göttingen: Wallstein (15. Mai) 2026. → zur Verlagsseite
- Ulrike Pfeiffer: Fotoserie ROLF DIETER BRINKMANN (1969). Ausstellung im 8. Salon (Kunstraum, Atelier, Bibliothek), 16.5. bis 6.6.2026, Trommelstraße 7, 20359 Hamburg. → Infos zum Ort | Infos zur Fotografin
- Ulrike Pfeiffer, Philipp von Lucke: „Mal mir, was links von Gelb ist“. Ein Film über Henning John von Freyend (und Rolf Dieter Brinkmann). In Planung für 2026. → weitere Informationen
//
♦ ♦ ♦
//
Siehe außerdem auf diesem Blog
Zeittafel zu Rolf Dieter Brinkmann
Audio- und Videodokumente zu Rolf Dieter Brinkmann
Hinweise zur aktuellen Forschungsliteratur
● Veröffentlicht: 28. Februar 2026, aktualisiert: 30.03.2026
Anmerkungen
